Verfasst von: Huvers | 16. Dezember 2020

Herbergssuche Maria 2.0

Herbergssuche Maria 2.0 und kfd St. Remigius Borken 16.12.2020

logo_maria_zweipunktnull_thumb

Binde deinen Karren an einen Stern Leonardo da Vinci

Material: Karre mit Lasten, kleine Sterne aus Pappe mit Faden dran und dem Spruch auf der Rückseite

Wir von der Gruppe Maria 2.0 der kfd Remigius orientieren uns an Maria und treten beharrlich und mutig, aber mit einem liebenden Herzen für die Versöhnung zwischen Männern und Frauen in unserer Kirche ein. Darum loben wir Gott mit Maria mit dem Lied aus Taizé.

Lied: Magnifikat anima mea Dominum

Remigius Herbergssuche

Wir warten auf Weihnachten in einer dunklen Zeit der Angst und Unsicherheit, wie gern wären wir von der Bedrohung durch Corona befreit.

Da fiel uns in der Vorbereitung ein Satz ein, der Leonardo da Vinci zugeschrieben wird:

Binde deinen Karren an einen Stern!

Kurze Meditation zum Karren und Stern:

So einen Karren könnten Maria und Josef mitgeschleppt haben. Auf ihm Habseligkeiten, aber auch alle Lasten ihres Lebens. Denn auch Maria lebte in einer Zeit der verzweifelten Hoffnung auf einen Retter, den Messias. Er sollte das jüdische Volk von der ungerechten römischen Herrschaft befreien.

Wir schauen auf Maria, die das Aller-Unwahrscheinlichste beachtet, – ja ganz angenommen hat, – vertraut hat auf Gott in allem Leichten und Schweren. Sie wurde die Mutter Gottes und wir erkennen:

Ohne Aufsehen, ganz in der Stille geschehen die großen Dinge, wenn das Herz durch die Liebe berührt, die Freiheit des Geistes zur Tat gerufen. Die leisen Mächte sind die eigentlich starken.

Lied: Laudate omnes gentes

Binde deinen Karren an einen Stern!

Was schleppen wir auf unserem Karren mit? Was wir bisher angesammelt haben und nicht mehr verlieren wollen, was uns wertvoll ist, die Dinge, das Wissen, unser Lebensstandard, die Familie Freunde, die geliebten Menschen.

Aber auch die Lasten des Alltags mit seinen Wiederholungen, Vergeblichkeiten, Enttäuschungen, auch Sorgen und Ängste. Alles Schwere macht uns das Weiterkommen schwer.

Aber wohin überhaupt?

Welchen Sinn, welches Ziel hat unser Leben? Und heute ganz speziell: Welchen Sinn hat unser Leben in dieser Corona-Zeit? Wir erleben ganz widersprüchliche Gefühle: Einerseits haben schon viele Menschen ihr Leben verloren, ohne dass wir es verhindern konnten. Andererseits verlangsamt das Virus unser Leben, so dass wir manch ruhigen Moment genießen, uns wieder auf das Wesentliche in meinem Leben besinnen.

Da leuchtet uns der Satz: Binde deinen Karren an einen Stern!

Ein Stern? Blödsinn! Geht doch gar nicht! Jetzt womöglich auch noch der Stern von Bethlehem? Zumutung! – Aber was ist eigentlich mein Stern? Mein Ziel? Meine Orientierung? Mein Licht? Meine Kraftquelle? Jeder und jede findet darauf sicher eine eigene Antwort.

Wir wollen eurem Karren nur einen kleinen Schubs geben mit den ausgeschnittenen Sternen am Faden.

Binde deinen Karren an einen Stern!

Fasst Mut durch das Bibelwort bei Lukas:

Richtet euch auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. (LUKAS 21,28)

Erheben wir unser Haupt und orientieren wir uns an dem Stern, den wir zu unserem Leitstern erwählt haben: Jesus- unsere Orientierung, Jesus – unser Licht!

Fürbitte: Gebet am Donnerstag

Als Gruppe Maria 2.0 beten wir an jedem zweiten Donnerstag im Monat das Gebet am Donnerstag – eine Fürbitte für die Erneuerung der Kirche. Heute laden wir Sie ein dieses Gebet mit uns mitzubeten:

Fürbitten: Wir beten mit den Worten von Irene Gassmann, der Äbtissin der Benediktinerinnen von Kloster Fahr in der Schweiz. Dort wurde mit dem Donnerstags-Gebet „Schritt für Schritt“ für die Erneuerung der Kirche begonnen, dem sich immer mehr Gruppen und Einzelne anschließen.

Gebet am Donnerstag – Schritt für Schritt https://www.gebet-am-donnerstag.ch/texte/

Gott, du unser Vater und unsere Mutter, wir alle wissen, wie es um unsere Kirche steht. Unrecht geschah und geschieht, Macht wurde und wird miss-braucht. «Bei euch aber soll es nicht so sein», sagt Jesus. Wir bitten dich um dein Erbarmen.

Kyrie eleison.

Frauen und Männer sind durch die eine Taufe gleich- und vollwertige Mitglieder der Kirche. Im Miteinander in allen Diensten und Ämtern können sie zu einer Kirche beitragen, die erneuert in die Zukunft geht. Wir bitten dich um Kraft und Zuversicht.

Kyrie eleison.

Menschen kommen mit ihrer Sehnsucht nach Frieden, nach Gemeinschaft, nach Beziehung zu Gott und zueinander. Eine glaubwürdige Kirche ist offen für Menschen gleich welcher Herkunft, welcher Nationalität, welcher sexuellen Orientierung. Sie ist da für Menschen, deren Lebensentwurf augenscheinlich gescheitert ist, und nimmt sie an mit ihren Brüchen und Umwegen. Sie wertet und verurteilt nicht, sondern vertraut darauf, dass die Geistkraft auch dort wirkt, wo es nach menschlichem Ermessen unmöglich ist.

Wir bitten dich um Kraft und Zuversicht.

Kyrie eleison. In dieser Zeit, in der Angst und Enge lähmen und die Zukunft düster erscheint, braucht es großes Vertrauen, um mit Zuversicht nach vorn zu schauen. Es braucht Vertrauen, dass durch neue Wege und einschneidende Veränderungen mehr Gutes geschaffen wird als durch Verharren im Ist-Zustand. Wir bitten dich um Kraft und Zuversicht.

Kyrie eleison.

Gott, du unsere Mutter und unser Vater, im Vertrauen darauf, dass du mit uns auf dem Weg bist, gehen wir weiter mit und in der Kirche; in der Tradition all der Frauen und Männer, die vor uns aus dem Feuer der Geistkraft gelebt und gehandelt haben, die vor uns und für uns geglaubt und gelebt haben. Die heilige Scholastika vertraute auf die Kraft des Gebets. In ihrem Sinne wollen wir Schritt für Schritt vorwärtsgehen, beten und handeln, wie sie es getan hat: «Geht, Schwestern und Brüder, wie ihr könnt!» Behüte uns. Sei mit uns alle Tage bis zum Ende der Welt. Darum bitten wir jetzt und in Ewigkeit.

Amen

Bitte um Segen: Eine gute Nacht und ein gutes Ende gewähre uns und allen Menschen, die wir in unser Gebet einschließen, der barmherzige und gnädige Gott. Amen.

Lied „Stern über Bethlehem“

Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg,
Führ uns zur Krippe hin, zeig wo sie steht,
Leuchte du uns voran, bis wir dort sind,
Stern über Bethlehem, führ uns zum Kind.

Stern über Bethlehem, nun bleibst du steh’n.
Und lässt uns alle das Wunder hier sehn,
Das da geschehen, was niemand gedacht,
Stern über Bethlehem, in dieser Nacht.

Stern über Bethlehem, wir sind am Ziel,
Denn dieser arme Stall birgt doch so viel!
Du hast uns hergeführt, wir danken dir.
Stern über Bethlehem, wir bleiben hier!

Stern über Bethlehem, kern wir zurück,

steht noch dein heller Schein in unserm Blick,

und was uns froh gemacht, teilen wir aus,

Stern über Bethlehem, schein auch zu Haus.

Verfasst von: Huvers | 16. Dezember 2020

Frühschicht 16.12. 06.45 Uhr ADVENT

Für heute, Mittwoch, 16.12, um 06.45 Uhr war die Frühschicht der kfd St.Remigius geplant.

Ursprünglich findet sie im Chorraum der St. Remigiuskirche statt… anschließend wird eigentlich zu einem kleinen Frühstück in Gemeinschaft ins Kapitelshaus eingeladen.

In diesem Jahr ist „coronabedingt“ alles anders… und seit heute noch mehr: der Lockdown lässt die Frühschicht komplett ausfallen.

Aber den geplanten Impuls möchten wir mit euch/ Ihnen teilen… wir bleiben in Gemeinschaft verbunden!!!

stellen Sie sich vor, wir sind in der Kirche … (Foto von 2018 / 2019)

1. Mensch.Gott     DSC_7159 

Alphabetisch durch den Advent im Jahr 2020

Lied: GL 223;3 „Wir sagen euch an…“

Advent, eine besondere Zeit.

Eine besondere Zeit in einem besonderen Jahr.

Wir haben das zum Anlass genommen, den Advent noch einmal neu in den Blick zu nehmen

und von vorne bis hinten durchzubuchstabieren.

 

1. Buchstabe A     Achtsam sein

Da fallen mir für dieses Jahr ganz viele Dinge ein:

alles ist anders, Abstand halten, Alltagsmasken…

Für uns als Christen in der Adventszeit scheint mir eines ganz wichtig:

Achtsam sein!

Auf uns selber achtgeben und auf unsere Mitmenschen.

Wir dürfen das Wesentliche nicht aus den Augen verlieren.

Worauf kommt es mir wirklich an?

Nicht höher, schneller, weiter,

sondern achtsamer, langsamer, menschlicher!

 

2. Buchstabe D     Durchhalten

Die Nachrichten überschlagen sich, wir machen uns Sorgen um unsere Gesundheit,

um unseren Arbeitsplatz, um unsere Zukunft.

Wie lange können wir das durchhalten?

Wir als Christen haben Grund zur Hoffnung,

wir hören aus dem Buch Jesaja:

Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir!

Hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!

Ich helfe dir, ja ich mache dich stark,

ja ich halte dich mit meiner heilenden Rechten.

 

3. Buchstabe V     Verbundenheit

Wir leben derzeit auf Abstand.

Es ist jetzt besonders wichtig, verbunden zu bleiben.

Verbunden mit unseren Mitmenschen und mit Gott.

Was kann ich tun, um diese Verbindung auch in diesen Zeiten zu stärken?

(jeder überlegt in Stille für sich – hier ein paar Anstöße:

jemandem einen Brief schreiben, Plätzchen vor die Tür stellen, für jemanden beten,

eine Kerze anzünden, mal zu einem Gedanken in der Bibel nachschlagen…)

kurzes meditatives Orgelspiel

 

4. Buchstabe E     Erwartungen

Wir alle haben bestimmte Erwartungen an Weihnachten.

Viele dieser Erwartungen werden sich dieses Jahr nicht erfüllen können.

Man kann dem nachtrauern was nicht ist oder aber sich bewusst von Erwartungen

verabschieden. Sich erneut bewusst machen: auf wen warten wir eigentlich an Weihnachten?

 

5. Buchstabe N     Neues

Nicht erfüllte Erwartungen machen Platz für Neues.

Wir brauchen Mut, um uns auf Neues einzulassen, hierin liegt auch eine Chance,

dem eigentlichen Weihnachten wieder neu auf die Spur zu kommen.

 

Lied: GL 816; 1+2 „Ein Funke, aus Stein geschlagen…“

 

6. Buchstabe T    Türen öffnen

Die Adventszeit ist eine Zeit, in der sich verschlossene Türen öffnen können.

Ankommender Gott,

im Zugehen auf Weihnachten bitten wir dich um deinen Segen.

Gott, du hast die Türen deines Himmels geöffnet, hast Schloss und Riegel entfernt,

um uns nahe zu kommen.

Tritt ein in den Raum unseres Lebens und segne uns.

Jesus Christus, du hast die Tür des Himmels durchschritten, bist zur Welt gekommen

und zur Tür geworden.

Tritt ein in den Raum unseres Herzens und segne uns.

Heiliger Geist, du öffnende Kraft,

du hast ängstlich verschlossene Türen geöffnet, hast Enge weit gemacht und

Menschen in die Welt gesandt.

Tritt ein in den Raum unserer Familien, unserer Arbeitswelt, unserer Kirche.

Sende uns, Türen zu öffnen, dich einzulassen und hinauszugehen

um dir zu begegnen und dich zu künden:

angst-los und gott-voll.

Marie Luise Langwald

Lied: GL 218; 5 „Komm, o mein Heiland Jesu Christ…“

 

Heute kann ein neuer Anfang sein

wenn wir ruhig werden,

uns selbst zuhören,

wahrnehmen, was wir wünschen,

was wir brauchen,

was wichtig und wesentlich ist.

 

Heute kann ein neuer Anfang sein,

wenn wir aufeinander zugehen,

uns zeigen, wie wir sind:

stark und verletzlich,

mutig und ängstlich,

überzeugt und verunsichert.

 

Heute wird ein neuer Anfang sein,

wenn wir an uns glauben,

Beziehungen stärken,

uns ernst nehmen

und wachsen lassen,

was in uns angelegt ist.

Max Feigenwinter

Wir wünschen allen einen gesegneten Advent, eine heilige Weihnacht und … bleiben Sie alle gesund!!!

Verfasst von: Huvers | 11. Dezember 2020

Donnerstagsgebet Maria 2.0

logo_maria_zweipunktnull_thumbTrotz Corona bleiben wir dran, so die Mitteilung der Gruppe Maria 2.0 Remigius

Auch gestern Abend fand das Gebet (wie jeden 2. Donnerstag im Monat) statt… leider nicht präsent… aber alle waren herzlich dazu eingeladen!

Donnerstagsgebet im Advent, 10.12.2020

Uralter Sehnsucht gab der Prophet Jesaja den Namen „Emmanuel“, Gott mit uns. Er verhieß das Kind, das für alle kommen wird, Matthäus übernimmt in seinem Evangelium diesen Namen für Jesus.

In Jesus ist „Gott mit uns“! Zur Adventszeit wird uns neu bewusst, welches Geschenk uns Gott macht, indem er uns so nah kommt. Uralte Sehnsucht nach Verstehen tragen wir auch heute noch in uns. Öffnen wir unser Herz und lassen wir gerade in dieser besonderen Corona-Zeit Gott in uns ankommen, dass er uns begleitet, uns trägt, sich um uns sorgt, dass wir mit ihm reden können, auch wenn wir nicht alles verstehen.

Wir laden alle in diesem Sinne ein, zu Jesus-Gott mit uns unser Gebet am Donnerstag zu beten. Jede und jeder für sich und doch gemeinsam. Maria 2.0 Remigius grüßt alle herzlich zum Advent!

Das Gebet findet sich im Internet unter https://www.gebet-am-donnerstag.ch/texte/

Verfasst von: Huvers | 9. Dezember 2020

Impuls im Dezember von Annemarie Berg

Einen lieben Dank an Annemarie Berg, die uns in diesem besonderen Jahr mit vielen Impulsen / Geschichten/ Bücherempfehlungen auf dieser Homepageseite erfreut hat.

Wir (kfd St.Remigius) mussten in diesem Jahr so Einiges absagen, durften viele Veranstaltungen und damit Begegnungen in unserer Gemeinschaft nicht stattfinden lassen.

Aber: die kfd bleibt als Gemeinschaft bestehen und wir hoffen auf “andere Zeiten”, die dann wieder so sind, wie wir es kennen und auf die wir uns freuen … in aktiver Gemeinschaft.

Nun aber zum Impuls von Annemarie Berg im Dezember:

 

„Hollt uh kreggel !“ Diesen Wunsch rief man in meiner Kinderzeit einem Gesprächspartner beim Abschied nach und bekräftigte ihn mit „Kreggel holl’n !“

Kreggel – in diesem Wort steckt wie so oft im Plattdeutschen viel Inhalt. Kreggel kann bedeuten:

Gesund bleiben, vital sein, offen, fröhlich, den Menschen und der Welt zugewandt, lebhaft, rege, auf der Höhe der Zeit sein, in bester geistiger und körperlicher Verfassung.

Etwas Besseres kann ich Ihnen zum Ende dieses Jahres nicht wünschen.

Das Plattdeutsche ist seit Ende des 20. Jahrhunderts offiziell und international als Sprache anerkannt und zwar mit der Aufnahme in die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen. Eine späte Würdigung für eine Sprache, die einmal Weltsprache war. Von Lübeck bis Nischni-Nowgorod trugen die Kaufleute der Hanse das Plattdeutsche in die Welt.

Um 800 hatte bereits ein sächsischer Mönch den plattdeutschen „Heliand“ verfasst.

Im 12. Jahrhundert schrieb Eike van Repgowe das Gesetzwerk „Sachsenspiegel“ und 1498 erschien in Lübeck die Fabel von „Reineke de Vos.“

Plattdeutsch war die Sprache, in der man etwas „deutlich, verständlich, frei heraus“ sagen konnte. Mit dem Niedergang der Hanse war auch eine Abwertung des Plattdeutschen verbunden.

Schon 1704 klagte Bernhard Raupach in einer akademischen Arbeit über die „unbillige Verachtung der plattdeutschen Sprache“.

Für das heimische Niederdeutsch, das jetzt als minderwertig galt, blieb am Ende nur der Gebrauch in der Familie, der Nachbarschaft und im Freundeskreis übrig.

Erst im 20. Jahrhundert wird Plattdeutsch wieder als Teil norddeutscher Identität begriffen und als Zweitsprache wieder entdeckt und gepflegt.

Ich bin zweisprachig aufgewachsen, meine Eltern sprachen mit uns Kindern Hochdeutsch, denn wir sollten in der Schule keine Schwierigkeiten haben. Untereinander und mit meiner Großmutter sprachen sie Platt. Meine Großmutter sprach auch mit uns Kindern Platt.

Plattdeutsch war die Umgangssprache in den 50-iger, 60-iger und auch schon in den 70-iger Jahren in Gemen.

Wie oft habe ich als Kind den Satz gehört: Giärne, segg die Deärne, wenn den Buer man will! Das bedeutete: es gehören immer zwei dazu, wenn etwas gelingen soll.

Im Plattdeutschen lässt sich vieles lakonisch, knapp, treffend, liebevoll, aber auch derb sagen.

Vor vielen Jahren machten wir Urlaub im Schwarzwald und beschlossen, zum Belchen zu wandern. Vor uns ging eine kleine Gruppe, die miteinander Plattdeutsch sprachen.

Heimatverein Borken

„Die kommen aus Borken!“ stellte ich fest. Mein Mann meinte: „Woher willst du das denn wissen?“

„Das höre ich an der Sprachmelodie, am Klang der Worte, so wird nur in Borken Platt gesprochen.“

Als wir dann den Wanderparkplatz erreichten, sahen wir zwei Fahrzeuge mit dem Kennzeichen BOR.

Einige Frauen der kfd sprechen noch Platt, dann höre ich sehr gern zu.

 

Weihnachten in der Pandemie – wie wird das werden? Aus der Tüte, mit zugeteiltem Platz im Gottesdienst, allein zu Haus oder im Kreis der Familie ?

Es wird auf jeden Fall ein besonderes Fest sein, es wird Ihnen einiges abverlangen, aber es wird Sie hoffentlich auch stärken und freuen.

Ein Kind ist uns geboren! Ein Sohn ist uns geschenkt!

Ich wünsche Ihnen schöne Weihnachtstage und einen guten Start in das Neue Jahr.

Niemand von uns kann sagen, wie es werden wird und wann wir wieder in der Gemeinschaft der kfd zusammenkommen können.

Es hat mir viel Freude gemacht, in diesem Jahr für Sie schreiben zu dürfen.

Also: Holt uh kreggel! Kreggel holl‘ n!

Verfasst von: Huvers | 8. November 2020

Maria 2.0 -Donnerstagsgebet am 12.11.20 zu Hause

logo_maria_zweipunktnull_thumbLeider findet das Donnerstagsgebet Maria 2.0 coronabedingt nicht öffentlich statt. Daher hier der geplante Impuls für zu Hause:

Jesus sagte ihnen durch das Gleichnis von der beharrlichen Witwe, die den Richter überzeugte, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten. Er beendet das Gleichnis so:

„Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern bei ihnen zögern? Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen.“ (Lukas18,7-8)

Darum laden wir ein das Donnerstagsgebet am 12.11.20 um 19:00 zwar mit Abstand zu Hause zu beten, aber vereint im dringenden Anliegen gegen den Missbrauch. Das Gebet findet sich im Internet unter https://www.gebet-am-donnerstag.ch/texte/

Maria 2.0 St. Remigius Borken

Verfasst von: Huvers | 1. November 2020

St. Nikolaus

“Allerheiligen” …

Annemarie Berg hat eines ganz besonderen Heiligen gedacht … St.Nikolaus!

Danke für diesen Impuls am Sonntag!

 

Diese Pandemie hat etwas Teuflisches an sich, schoss es mir durch den Kopf, als in der Messe verkündet wurde, dass in diesem Jahr keine Gräbersegnung stattfinden wird. Auch auf den Nikolaus warten die Borkener Kinder vergebens. Jutta Wissing vom Heimatverein erzählte mir, dass der Nikolaus auch für die Bewohner der Seniorenzentren unserer Stadt eine besondere Bedeutung hat, sie warten auf seinen Besuch und dabei werden sicher Kindheitserlebnisse wieder ins Gedächtnis kommen.

NIKOLAUSNikolaus – das bedeutete für mich zunächst einmal schweißtreibende Anstrengung. Tonpapier und bunte Folie mussten eingekauft werden und daraus sollte ich eine Laterne basteln. Das fiel mir schwer, das Ergebnis war krumm und schief, überhaupt nicht ansehnlich, aber ich hoffte, dass der Nikolaus wohlwollend auf meine Laterne schauen würde und den guten Willen anerkennt.

Nur in einen gut geputzten Schuh legt der Nikolaus etwas hinein, meinte Oma und gab mir einen ihrer blankgescheuerten Klumpen. Am Nikolaus-Vorabend stellte ich ihn erwartungsvoll vor die Tür.

Die Eltern hatten im Spar-Laden schon einen Gutschein geholt. Die Nachbarschaften veranstalteten in Gemen den großen Nikolauszug.

Wir versammelten uns auf dem Holzplatz, wo Nikolaus und Knecht Ruprecht auf uns warteten. Die Blaskapelle stimmte an: Nikolaus komm in unser Haus…. Unsere Laternen wurden entzündet und alles lief Richtung Burg und zurück, denn für den Gutschein gab es am Ende eine Tüte mit Spekulatius, Clementinen und anderen Süßigkeiten. Wie einen kostbaren Schatz trug ich die Tüte nach Hause und legte alles zum Inhalt des Klumpens. All das Süße würde die Wartezeit auf Weihnachten angenehm verkürzen.

In einem Jahr schaute ich mir den Nikolaus immer wieder an. Merkwürdig, er hatte genauso schiefe Zähne wie mein Onkel Karl! Ich erzählte es Mutter und sie lächelte. Dann erklärte sie mir, dass Onkel Karl in diesem Jahr als Nikolaus für die Nachbarschaft „Butenporte“ tätig war.

In mir zersprang etwas. Der Nikolaus war gar nicht der Nikolaus! Eine Ahnung vom Betrogensein schlich sich in mein Gemüt.

Das schönste Nikolaus-Erlebnis hatte ich im Kindergarten. Schon Wochen vorher lag ein großes Buch deutlich sichtbar aus, daneben ein schwarzer und ein goldener Stift. War ich artig, bekam ich einen goldenen Strich, war ich ungezogen, einen schwarzen. Am Ende würde der Nikolaus in das Buch schauen und seine Geschenke danach bemessen, wie die Striche ausgefallen waren. Kein Wunder, dass wir in der Nikolaus-Zeit die liebsten Kinder waren.

In einem Jahr führten uns Schwester George und Tante Luise ans Fenster. Wir sollten in den Himmel schauen und wirklich: vom Himmel schwebte ein großer Sack herunter, prall gefüllt mit Süßem und Obst. So ein Staunen, Wundern, Freuen ! Heute ist mir klar, dass die Hausmeisterin, die über dem Kindergarten wohnte, aus einem Fenster diesen Sack zu Boden schweben ließ. Aber damals glaubte ich, dass der Sack direkt aus dem Himmel vom Nikolaus zu uns geschickt wurde.

Als ich 2016 wieder nach Borken zog, ging ich am Vorabend des Nikolaus-Tages zur Remigius-Kirche und schaute mir den großen Zug an, den der Heimatverein veranstaltete.

Die leuchtenden und staunenden Kinder-Augen, die Laternen, die Blasmusik, der Nikolaus und Knecht Ruprecht, der Zug, der sich langsam in Bewegung setzte – Emotionen überfluteten mich.

Der Nikolaus-Zauber wirkt – noch immer. Wie schade, dass er in diesem Jahr nicht in gewohnter Form stattfinden kann, aber auch ein Anlass, Phantasie walten zu lassen und den Kindern und auch den Senioren Nikolaus-Zauber zu schenken.

Verfasst von: Huvers | 14. Oktober 2020

2. Mahngebet Maria 2.0. am Sonntag, 11. Oktober 2020

12

„Wir erheben gemeinsam unsere Stimmen für eine glaubwürdigere und geschlechtergerechtere Welt ….“ Das fiel den Vorbeterinnen der kfd Maria 2.0 Remigius Borken zunächst nicht leicht. Um 12.00 Uhr am vergangenen Sonntagmittag läuteten die Glocken von St. Remigius, als wollten sie nie wieder aufhören. Doch die Frauen erhoben ihre starken Stimmen und sie wurden gehört. Rund 50 Frauen und auch erfreulich viele Männer kamen zum Mahngebet „ Wir sind alle gleich und berechtigt.“ Vor der Remigiuskirche hatten die Initiatorinnen mit Transparenten, Blumen und Sakralem eine einladende Atmosphäre geschaffen. Auch Propst Christoph Rensing sang und betete mit den Besuchern des Mahngebetes und suchte das Gespräch mit ihnen.

8

Petra Rottlaender und Eveline Kromus-Schueth hatten Liedtexte, Gebete und Lesungen ausgesucht, die die Anliegen der Maria 2.0. Bewegung deutlich machten.

„Wir alle, die wir Kirche sind, brauchen eine Versöhnung der Geschlechter, die tiefgreifende Versöhnung von Männern und Frauen“ betonten die beiden Frauen.

Das heutige Mahngebet solle erkennen lassen, dass der Weg der Kirche nicht rückwärtsführe, sondern im Vertrauen auf die Geistkraft Gottes gemeinsam mit allen Frauen und Männern nach vorne in die Zukunft.

Ein Gleichnis aus dem Matthäus-Evangelium wurde an diesem Sonntag in allen Kirchen vorgelesen, auch beim Mahngebet. Es erzählt von einem König, der zur Hochzeit seines Sohnes eingeladen hat, aber erleben muss, dass die Gäste nicht kommen. Sie haben scheinbar Wichtigeres zu tun. Seine Diener laden nun Menschen von der Straße zur Hochzeit ein. Ein Gast trägt kein Hochzeitsgewand, er wird in die Finsternis geworfen.

Bei ihrer Auslegung des Gleichnisses erinnerte Eveline Kromus-Schueth daran, dass sich viele nicht mehr eingeladen fühlen bei den sonntäglichen Gastmählern der Kirchen.

Die Jungen, die Älteren, die Frauen – sie können wahren Frieden nur finden, wenn jeder Mensch seinen gleichen und berechtigten Platz in der Kirche finden kann.

„Wir sind die von der Straße, wir sind eingeladen und wollen gleichberechtigt am Gastmahl teilnehmen. Wir lassen uns nicht mehr oberflächlich vertrösten, wir wollen echte, tiefgreifende Reform der Kirche durch die Versöhnung zwischen Mann und Frau mit voller Gleichberechtigung auf Augenhöhe“, hieß es.

Im Mittelpunkt stand das Gebet „Schritt für Schritt“, das die vielen Maria 2.0-Gruppen in der Schweiz, Österreich und Deutschland verbindet.

4567

Petra Rottlaender informierte zum Ende des Mahngebets über die Arbeit von Maria 2.0 in Borken und lud zum Gebet an jedem 2. zweiten Donnerstag im Monat ein. Es findet nach dem Feierabend-Impuls im Kapitelshaus statt.

Die Maria 2.0 Bewegung entstand aus dem Wunsch, nicht einfach stillschweigend aus der Kirche auszutreten, sondern zu bleiben und für eine bessere Kirche zu kämpfen.

Die Initiatorinnen sind überzeugt, dass eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Kirche und ihr Zugang zu allen Ämtern die Strukturen ändern und die Kirche erneuern kann.

Text: Annemarie Berg

Fotos: Beate Haddick

D e r populäre Philosoph unserer Zeit ist Richard David Precht. Jedes Buch von ihm erscheint sofort auf den ersten Plätzen der Bestsellerlisten, in vielen Sendungen gibt er – lässig und gutaussehend – viel Kluges von sich.

Nicht auf den Bestsellerlisten zu finden ist eines seiner früheren Bücher „Lenin kam nur bis Lüdenscheid“, ein sehr amüsantes Buch, das noch einmal eine Zeit lebendig werden lässt, die wir alle miterlebt haben.

Richard David Precht schildert darin seine Kindheit als Sohn überzeugter Marxisten. Er wird 1964 geboren, seine Eltern geraten in den Sog der 68-iger Bewegung und der Marxismus wird fortan ihre Religion, der sie bedingungslos und treu anhängen.

Die Kinder sitzen bei Süverkrup-, Wader- und Degenhardt- Konzerten in der ersten Reihe, erleben das Grips-Theater und die Stücke der „Roten Grütze“. Bay City Rollers, Abba und Smokey sind ebenso tabu wie Ketchup und Coca-Cola. Sind die Kinder zum Kindergeburtstag eingeladen, sollen sie sagen, dass die Sowjetunion noch niemals einen Krieg angefangen hat und geschminkte Frauen fragten, warum sie sich eigentlich schminken. Das kommt in der Nachbarschaft nicht so gut an und die Einladungen werden immer seltener.

Die Eltern adoptieren zwei Kinder aus Vietnam. Konsumterror wird strikt abgelehnt, deshalb muss Richard David tragen, was bei der Altkleidersammlung für Terre des hommes übrig bleibt, auch wenn es Mädchenstiefel mit Bommeln dran sind und Turnhosen, in die 2-Zentner-Männer passen würden.

Eines Tages liest die Mutter ein Buch über das repressive Kinderbild in gängigen Bilderbüchern und jetzt verschwinden auch noch der geliebte Räuber Hotzenplotz, die Kinder von Bullerbü, Karlsson vom Dach aus dem Bücherregal. Kinderbücher aus der DDR und der Sowjetunion kommen ins Haus. Fernsehen ist ohnehin tabu. Mit dem verrosteten VW-Bus geht es ins Wendland, gespielt wird abends nicht Monopoly, sondern Provopoly, ein Spiel, das in Bayern bald verboten wird.

Doch Ende der 70-iger Jahre werden die Eltern sozusagen links überholt, vom Kommunistischen Bund Westdeutschland. Jetzt sind Albanien und China die Vorbild-Länder, nicht mehr die DDR und die Sowjetunion.

Ich habe Tränen gelacht, als Richard David Precht schildert, wie eine Gruppe KBWler nach Albanien reist. Leider ist das progressive Bewusstsein noch nicht bis zu den Grenzbeamten vorgedrungen. „Jeans aus! Haare und Bärte ab!“ heißt es an der Grenze. Kurzgeschoren, glattrasiert und mit Erzeugnissen der albanischen Textilindustrie bekleidet, erkunden die Salonkommunisten das Land Enver Hodschas.

In den 80-iger Jahren wird das revolutionäre Bewusstsein durch „Dallas“ und „Denver“ unterminiert, die Grünen sind die neue progressive Bewegung und die Eltern machen ihre ersten Erfahrungen mit dem real existierenden Sozialismus.

Das überlebt die Ehe nicht, die Eltern trennen sich, Der Vater tut sich mit einer Aktivistin aus der Nicaragua-Bewegung zusammen, die Mutter zieht zu einem Jugendfreund in die Schweiz.

Richard David Precht und sein Bruder schreiben einen historischen Kriminalroman „Das Schiff im Noor.“

 

Lenin kam nur bis LüdenscheidRichard David Precht

Lenin kam nur bis Lüdenscheid

Als Taschenbuch erhältlich

Verfasst von: Huvers | 2. Oktober 2020

Mahngebet 2.0

Mahngebet am Sonntag, 11.10.2020 um 12 Uhr vor der St. Remigius-Kirche Borken

Aktionsmonat von kfd und Maria 2.0

Maria 2.0 Logo plus kfdWir sind alle gleich und berechtigt! Wir setzen Zeichen und laden alle ein zu einem öffentlichen Mahn-Gebet am Sonntag,

11.10.2020 um 12 Uhr vor der St. Remigius-Kirche in Borken.

Mit dem Gebet „Schritt für Schritt“ beten  wir von der kfd Maria 2.0 Remigius Borken mit vielen Gruppen in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Wir orientieren uns an der menschenfreundlichen Botschaft Jesu.

Überholte Machtansprüche lassen leere Kirchen zurück. Wir erheben gemeinsam unsere Stimmen für eine glaubwürdigere und geschlechtergerechtere Kirche.

Verfasst von: Huvers | 27. September 2020

Patronatsfest St. Remigius – Anbetung kfd

DSC_3175Herzliche Einladung zum Patronatsfest St Remigius… es findet unter Coronabedingungen ( s. Flyer)  statt.

 

Am Sonntag, 04.10. gibt es die Betstunde der kdf (Anbetung) in der St. Remigiuskirche:

15.00 Uhr

 

Herzliche Einladung

Older Posts »

Kategorien